Drama im Fitnessstudio: Wie fange ich an und was soll ich anziehen?

Drama im Fitnessstudio


Liegt es an uns, oder werden Sportklamotten immer kleiner, enger und knapper? Wer erinnert sich noch an die Zeiten, in denen in Boxershorts und einem schlabberigen T-Shirt, das es beim letzten Konzert umsonst gab, trainiert wurde? Diese Tage scheinen längst passé zu sein, um nun einer wachsenden Welt von Fitness-Modepüppchen Platz zu machen, die keine Probleme damit haben, etwas Haut zu zeigen.

Und verstehen Sie uns nicht falsch, wir haben grundsätzlich nichts gegen schöne Mode oder ein bisschen Haut zeigen – wie heißt es so schön: Wer hat, der hat. Aber was ist mit den Menschen, die eine Hautkrankheit haben? Die Angst vor dem Entblößen von Schuppen oder den Anzeichen eines Schubs kann Grund genug sein, das Training zu vermeiden und nach einem Versteck zu suchen.

Aber lassen Sie uns kurz darüber nachdenken. Wenn Sie unter Psoriasis leiden, heißt das, Sie müssen in Jogginghose und mit langem Sweatshirt trainieren? Natürlich nicht!

Wir sollten erst einmal Missverständnisse aus dem Weg räumen. Werden die Menschen Sie anstarren? Vielleicht. Werden sie es bemerken? Möglicherweise. Werden sie etwas dazu sagen? Wahrscheinlich nicht. Was jedoch am wichtigsten ist: Sollte es Ihnen etwas ausmachen? Überhaupt nicht.

Ob es Ihnen gefällt oder nicht, es ist gut für Sie

Wir alle wissen, dass Sport gut für uns ist. Er kann uns helfen, unser Gewicht zu halten oder zu verlieren, Muskeln aufzubauen, die Ausdauer zu verbessern... die Liste ist endlos. In emotionaler Hinsicht kann man durch Sport Stress abbauen, einen klaren Kopf bekommen und sich einfach rundum wohlfühlen. Sie fragen wie? Wenn Sie Sport treiben, werden Endorphine ausgeschüttet, Stoffe, die auf natürliche Weise Schmerzrezeptoren hemmen und daher bei der Schmerzbewältigung helfen1. Und wenn Sie weniger Schmerz fühlen, geht es Ihnen besser!

Aber wenn Sie neben Psoriasis unter Übergewicht oder Fettsucht leiden, könnte Sport noch mehr Vorteile für Sie haben, als Sie denken. Bei dieser Gruppe Menschen hat eine aktuelle Studie festgestellt, dass Ernährung und Sport in Kombination mit einer Behandlung zu einer geringeren Schwere der Psoriasis geführt hat.2

Sport kann außerdem helfen, eines der häufigsten Symptome der Schuppenflechte zu lindern – Müdigkeit. Können Sie nachts wegen des Juckreizes nicht schlafen und fühlen sich am nächsten Tag erschöpft? Auch wenn es nicht ganz logisch scheint, mehr zu tun, wenn man müde ist: Untersuchungen haben gezeigt, dass bei gesunden jungen Erwachsenen mit anhaltender Müdigkeit regelmäßige moderate Bewegung die Müdigkeit um bis zu 65 Prozent senken konnte.3

Zeit, etwas Haut zu zeigen?

Wenn wir also wissen, dass Sport wichtig ist, wie können wir uns der Angst entgegenstellen? Es liegt an Ihnen. Möglichkeit 1? Besitzen. Mögen. Lieben. Es ist nur Ihre Haut... sie gehört Ihnen. Sie ist ein Teil von Ihnen – mit Schuppen und allem drum und dran. Wenn Sie also den Mut aufbringen können, geben Sie alles und zeigen Sie die kurzen Shorts.

Wenn die Leute Sie anstarren, schenken Sie Ihnen ein Lächeln. Wenn jemand fragt, was los ist, antworten Sie ehrlich. Und wenn sich jemand über Sie lustig macht, dann dürfen Sie ihm von uns aus gerne einen kritischen Blick zuwerfen und mit Ihrem Training fortfahren.

Aber nicht jeder möchte seine kranke Haut zeigen. Also Möglichkeit 2? Nein, hier geht es nicht darum, das Fitnessstudio komplett zu meiden. Ihre zweite Möglichkeit ist es, die Mode zu Ihrem Vorteil zu nutzen. Die meisten Unternehmen, die Sportkleidung herstellen, produzieren langärmelige Oberteile, die nicht groß und unförmig wirken. In der Tat bestehen viele aus leichter Baumwolle und wurden speziell für das Training entwickelt. Oh, und haben wir schon erwähnt, dass Leggins wieder „in“ sind? Ziehen Sie ein Paar lange an. Sie können sie immer noch hochschlagen, wenn Sie tapfer sind oder wenn es Ihnen schlicht und einfach zu heiß wird!

Ihre Motivation finden

Was sollten Sie also im Fitnessstudio tragen? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach. Was auch immer Ihnen hilft, einen Kilometer mehr zu laufen, eine Übung mehr zu machen oder den Hochleistungsparcours zu schaffen. Womit Sie sich wohl genug fühlen, damit Sie durch die Eingangstür schreiten und mit dem Training beginnen. Und wenn Sie ein anderer Fitnessstudiogänger komisch anschaut? Sehen Sie es als Motivation – Sie gegen den Typen des Tages mit dem bösen Blick. Trainieren Sie härter und länger als die anderen. Schwitzen Sie mehr. Heben Sie schwerere Gewichte. Zeigen Sie den Anderen, dass Sie schon super in Form sind, während sie noch Urteile fällen.

Referenzen

  1. Sprouse-Blum AS, Smith G, Sugai D, Parsa FD. Understanding Endorphins and Their Importance in Pain Management. Hawaii Medical Journal. 2010;69(3):70-71. Last accessed: 11/3/15.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3104618/citedby/
  2. Diet and physical exercise in psoriasis: a randomized controlled trial. British Journal of Dermatology. L. Naldi,1,2 A. Conti,3 S. Cazzaniga,1 A. Patrizi,4 M. Pazzaglia,4 A. Lanzoni,5 L. Veneziano,5 G. Pellacani3 and the Psoriasis Emilia Romagna Study Group.
    http://bit.ly/1X7AVzT
    Accessed 15 October 2015.
  3. A randomized controlled trial of the effect of aerobic exercise training on feelings of energy and fatigue in sedentary young adults with persistent fatigue. Puetz TW, Flowers SS, O'Connor PJ. Psychotherapy and Psychosomatics. 2008;77(3):167-74.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18277063
    Accessed 15 October 2015

Originalbeitrag:http://www.skintolivein.com/psoriasis/psoriasis-and-you/drama-at-the-gym-getting-past-the-clothes-and-down-to-the-workout/

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