Gestresste Haut? Zeit zu entspannen

Psoriasis: Gestresste Haut


Wenn Sie für einige Zeit mit einer Hauterkrankung wie Psoriasis gelebt haben, so haben Sie vermutlich auf unangenehme Weise gelernt, welche Dinge Ihre Schübe auslösen. Vielleicht ist es das teure Shampoo, das Sie aufgetragen haben und das Ihre Kopfhaut derart jucken ließ, dass Sie sich am liebsten alle Haare abrasiert hätten. Vielleicht ist es der Wollpullover, der Ihnen großartig stand, aber Ihre Symptome verschlechtert hat.

Aber während Sie das Shampoo vermeiden und einen anderen Pullover anziehen können – der Auslöser, dem die Wenigsten aus dem Weg gehen können, ist Stress. Ob es Ihnen gefällt oder nicht, Stress ist ein Teil des täglichen Lebens – und leider einer, der einen sehr großen Einfluss auf Ihre Haut haben kann.

Stress wurde bei einigen Hauterkrankungen als Symptomauslöser identifiziert,1 einschließlich Akne,2 Psoriasis3 und chronisch spontaner Urtikaria4. In einer Studie wurde beispielsweise festgestellt, dass rund 40 % der Menschen mit Schuppenflechte angaben, dass Stress Ihre Erkrankung verschlechtert,5 und eine andere Studie berichtete, dass viele Menschen Stress als einen größeren Auslöser bewerteten als Infektionen, Trauma, Medikamente, Ernährung und Wetter.6

Bei einigen Menschen kann Stress Symptome der Psoriasis verstärken, bei anderen kann Stress die Zeit bis zum Abheilen der Symptome verlängern.6 Gibt es also einen Weg, um dies zu vermeiden?

Unbedingt mehr über Stress wissen

Das Problem ist, dass Stress nicht nur in unseren Köpfen ist – er löst sehr reale physische Veränderungen im ganzen Körper aus. Dank des Fachgebiets der Psychoneuroimmunologie – Untersuchungen des Zusammenhangs zwischen Psyche, Nerven- und Immunsystem – beginnen Wissenschaftler, ein wenig besser zu verstehen, warum dies geschieht.

Wenn wir unter Stress stehen, stimuliert das Gehirn die Nebennieren, die die Stresshormone Kortisol und Adrenalin produzieren. Diese Hormone bereiten den Körper kurzfristig auf eine bestimmte Bedrohung vor.7 Dies war in der Vergangenheit sehr nützlich, als wir noch vor Säbelzahntigern flüchten mussten. Da es diese Situationen aber nicht mehr gibt, reagiert der Körper auf diese Weise, um Sie zur „Flucht“ vor neuen bedrohlichen Situationen, wie einer Präsentation in der Arbeit vorzubereiten (was für einige von uns genauso furchteinflößend ist wie ein Säbelzahntiger).

Forschungsergebnisse zeigen, dass Kortisol beim Auftreten einer Hauterkrankung wie Psoriasis mitbedingend sein könnte.8 Kortisol trägt zur Unterdrückung der Immunantwort bei.9 Bei Menschen mit einer Hauterkrankung scheint diese Stressreaktion jedoch verzerrt zu sein. Einige Studien haben gezeigt, dass der Kortisolspiegel im Blut bei Menschen mit Psoriasis in Stresssituationen niedriger8 und der Adrenalinspiegel höher10 ist als bei Menschen ohne Psoriasis. Ohne Kortisol scheint das Immunsystem eine Überreaktion zu zeigen und Entzündungsstoffe, die so genannten Zytokine, auszuschütten, welche zur rascheren Vermehrung von Hautzellen beitragen können.11,12 Die Zellen replizieren sich und bevor Sie sich versehen, haben Sie eine lästige schuppige Hautstelle, die fürchterlich juckt.

Beruhigen Sie Körper, Geist – und Haut

Da Sie nun die Gründe und Auswirkungen kennen, erfahren Sie jetzt, wie Sie Ihr Wissen anwenden können:

Gönnen Sie sich mehr Schlaf: Wenn Sie aufgrund von Stress nachts nicht schlafen können, haben Sie ein doppeltes Problem. Versuchen Sie, die Ursache der Schlaflosigkeit in den Griff zu bekommen. Ob Sie Ihr Arbeitsvolumen überdenken, andere Pflichten reduzieren oder schlicht und einfach abends nicht zu lange vor Ihrer Lieblingssendung sitzen – versuchen Sie, mindestens acht Stunden Schlaf zu bekommen. Zeit, ein paar Stunden in den Federn zu verbringen! Sie sollten auch die Bedeutung der „Schlafhygiene“ bedenken – versuchen Sie, Ihren Computer und Ihr Telefon vor dem Zubettgehen auszuschalten, um die Entspannung zu fördern und schneller einzuschlafen.

Wir alle brauchen eine starke Schulter: Knüpfen Sie Online-Kontakte, sprechen Sie mit guten Freunden oder suchen Sie Hilfe bei einem Therapeuten. Ein Gespräch über Ihre Ängste kann Ihnen helfen, ruhiger zu werden, was sich am Zustand Ihrer Haut widerspiegeln wird. Ein Übersichtsartikel, der im British Journal of Dermatology veröffentlicht wurde, zeigte den Nutzen psychologischer Interventionen wie Gewohnheitsänderungen und kognitiver Verhaltenstherapie bei der Kontrolle von Hauterkrankungen.13 Sprechen Sie mit Ihrem Dermatologen über lokale Selbsthilfegruppen für Schuppenflechte und andere im Gesundheitswesen tätige Personen, die darin geschult sind, Menschen im Umgang mit Stress zu helfen.

Trennen Sie sich von Ihren Stressgewohnheiten: Manchmal ist es die Art, wie wir in unserem Leben mit Stress umgehen, die ironischerweise mehr Stress verursacht. Sowohl Alkoholkonsum14 als auch Rauchen15 können Hauterkrankungen verschlechtern, ebenso wie der übermäßige Genuss von Fastfood (Verlinkung zum Ernährungsbeitrag). Versuchen Sie, gesündere Wege zu finden, um Dampf abzulassen, wie die Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen oder einen erfrischenden Spaziergang in der Nachbarschaft zu machen.


Jetzt, wo Sie wissen, wie schlecht Stress für Ihre Haut ist, wird Ihnen diese Information hoffentlich helfen besser mit Stress umzugehen. Ja, es ist ärgerlich, wenn jemand Ihnen erzählt, Sie sollen entspannen und nicht in Stress verfallen, aber wissen Sie, was? Er könnte Recht haben. Denn je glücklicher Sie letztlich sind, desto glücklicher wird Ihre Haut sein.

Referenzen

  1. The role of psychological stress in skin disease. Kimyai-Asadi A, Usman A. J Cutan Med Surg. 2001 Mar-Apr;5(2):140-5.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=11443487
  2. he response of skin disease to stress: changes in the severity of acne vulgaris as affected by examination stress. Chiu A, Chon SY, Kimball AB. Arch Dermatol. 2003 Jul;139(7):897-900.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12873885
  3. Stress and quality of life in psoriasis: an update. Basavaraj KH, Navya MA, Rashmi R. Int J Dermatol. 2011 Jul;50(7):783-92.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21699511
  4. Stress, insomnia, and chronic idiopathic urticaria--a case-control study. Yang HY, Sun CC, Wu YC, Wang JD. J Formos Med Assoc. 2005 Apr;104(4):254-63.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=15909063
  5. A psychocutaneous profile of psoriasis patients who are stress reactors. A study of 127 patients. Gupta MA, Gupta AK, Kirkby S, Schork NJ, Gorr SK, Ellis CN, Voorhees JJ. Gen Hosp Psychiatry. 1989 May;11(3):166-73.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=2721939
  6. Stress as an influencing factor in psoriasis. Heller MM, Lee ES, Koo JY. Skin Therapy Lett. 2011 May;16(5):1-4.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=21611682/
  7. Harvard Health Publications” Understanding the stress response.
    http://www.health.harvard.edu/staying-healthy/understanding-the-stress-response
    letzter Zugriff 03.08.2016
  8. Stress and psoriasis: psychoendocrine and metabolic reactions in psoriatic patients during standardized stressor exposure. Arnetz BB, Fjellner B, Eneroth P, Kallner A. Psychosom Med. 1985 Nov-Dec;47(6):528-41.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=4070523
  9. Dartmouth Undergraduate Journal of Science. Michael Randall. 2010.
    http://dujs.dartmouth.edu/2011/02/the-physiology-of-stress-cortisol-and-the-hypothalamic-pituitary-adrenal-axis/
    letzter Zugriff: 03.08.2016
  10. Endocrine stress responses in TH1-mediated chronic inflammatory skin disease (psoriasis vulgaris)--do they parallel stress-induced endocrine changes in TH2-mediated inflammatory dermatoses (atopic dermatitis)? Buske-Kirschbaum A, Ebrecht M, Kern S, Hellhammer DH. Psychoneuroendocrinology. 2006 May;31(4):439-46.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=16359823
  11. Brain-skin connection: stress, inflammation and skin aging. Chen Y, Lyga J. Inflamm Allergy Drug Targets. 2014;13(3):177-90.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4082169/
  12. Psychological Stress and the Cutaneous Immune Response: Roles of the HPA Axis and the Sympathetic Nervous System in Atopic Dermatitis and Psoriasis. Hall JM, Cruser D, Podawiltz A, Mummert DI, Jones H, Mummert ME. Dermatol Res Pract. 2012;2012:403908.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=22969795
  13. A meta-analysis of the effectiveness of psychological interventions for adults with skin conditions. Lavda AC, Webb TL, Thompson AR. Br J Dermatol. 2012 Nov;167(5):970-9.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22924999
  14. Alcohol and skin disorders: with a focus on psoriasis. Kazakevich N, Moody MN, Landau JM, Goldberg LH. Skin Therapy Lett. 2011 Apr;16(4):5-6.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21611681
  15. Smoking and skin disease. Thomsen SF1, Sørensen LT. Skin Therapy Lett. 2010 Jun;15(6):4-7.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20532469

Originalbeitrag: http://www.skintolivein.com/psoriasis/psoriasis-and-you/stressed-out-skin-time-to-relax//

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