Urlaub und Psoriasis: Merritts Geschichte

Urlaub und Psoriasis: Merritts Geschichte


Merritt Ward lebt mit der Diagnose Psoriasis. Sie wohnt in Boston, Massachusetts, wo sie als Expertin für Öffentlichkeitsarbeit tätig ist, und sie hofft, dass Ihre persönlichen Geschichten auch anderen Betroffenen Mut machen.

Mein Flugplan war gedruckt, das Hotel gebucht, der Reisepass sicher in meiner Handtasche verstaut. Die einzige Aufgabe, die noch blieb, war das akribisch geplante, durchorganisierte Packen. Am nächsten Tag würden meine hektischen, aber wundervollen zwei Wochen fernab des Büros beginnen.

Erste Station: Fort Lauderdale, Florida, mit meiner besten Freundin zur wohlverdienten Entspannung mit Strand, Sonne, Wärme und Essen. Zweite (und beste) Station: Johannesburg, Südafrika, zu einem Arbeits-/Kulturaustauschprogramm, das von meinem Unternehmen gesponsert wurde. Letzte Station: Toronto, Kanada, um der gesamten Unternehmensleitung einschließlich Geschäftsführern das Ergebnis meiner Woche in Johannesburg zu präsentieren. Kein Druck.

Mein Koffer starrt mir offen und leer entgegen. Ich überlegte, wie ich mich für drei verschiedene Klimazonen, verschiedene Dresscodes und eine weite Reise ausrüsten sollte.

Zudem quälte mich ein weiterer Gedanke: meine Psoriasis.

Sie war in diesem Jahr wegen des eiskalten Winters früher ausgebrochen und blühte überall an Schienbeinen, Rücken und Brust auf wie Kirschblüten in voller Pracht. Wohl wissend, dass ich hier gerade Sommerkleider, Shorts und Bikinis aus dem Schrank zog – vielleicht waren das nicht die besten Kleidungsstücke! Ich habe die Hoffnung, dass Sonne, Salzwasser und Entspannung meine Psoriasis lindern könnten, wenn auch nur ein bisschen.

Ich falte jedes Teil sorgfältig zusammen und packe ein, was ich als sicher befinde: lange Kleider, Jeans, Westen, meine Lieblingslederjacke und einen Sommerschal. Die Sommerkleider, Shorts und Bikinis sind auch dabei, weil ich ja schließlich die Sommerhitze Floridas genießen will, und ich möchte mich so weit wie möglich dabei wohlfühlen.

Florida würde genauso werden (und besser) wie gedacht, da ich von einem kalten Winter in New England kam. Trotz der Aufregung bin ich immer auch ein bisschen nervös, wenn ich ins warme Wetter komme. Warmes Wetter = Badeanzug = mehr Leute sehen meine Psoriasis. Ich versuche, nicht darüber nachzudenken, in der Hoffnung, meine Nervosität abzuschütteln. Nachdem wir unsere Strandkleidung angezogen haben, gehen meine beste Freundin und ich aus dem Hotel an den Strand von Fort Lauderdale. Ich schmiere mich mit Sonnencreme ein, stecke meine Haare in meinen Hut und breite mein Handtuch aus. Ich spüre, wie meine Haut warm wird, also tauche ich in den unbeschreiblich erfrischenden Atlantischen Ozean ein und lasse mich für eine Weile treiben.

Innerhalb eines Tages schien sich meine Schuppenflechte zu bessern. Einige Stellen verschwanden sogar. Ich ziehe das Sommerkleid an, die kurze Jeans und alle Trägerhemden. Obwohl meine Haut nicht zu 100 % rein war, begann ich, mich sicher und wohl zu fühlen – also die perfekte Stimmung, um auf eine 20-oder-mehr-Stunden-Reise nach Südafrika aufzubrechen.

Meine Woche in Südafrika beginnt mit heißen Temperaturen: sonnig und knapp 27 °C! In den ersten beiden Tagen besuchte ich unser Büro in Johannesburg, um Kollegen aus der ganzen Welt zu treffen, an Meetings teilzunehmen und unsere Geschäfte in Südafrika kennenzulernen. Glücklicherweise verliere ich nur gelegentlich einen Gedanken an meine Psoriasis; es ging ihr immer noch gut von der Sonne und dem Salzwasser.

Im Laufe der Woche, als ich in die Kultur dieser wunderschönen Stadt eintauche, mache ich mir noch immer Sorgen um meine Psoriasis. Ich bin an einem neuen Ort, weit weg von allen Hautärzten, die mich kennen. Was passiert, wenn ich einen schlimmen Schub bekomme? In dem Moment, als ich Angst bekomme, erinnere ich mich daran, dass Stress bei mir manchmal einen Psoriasisschub auslösen kann. Also nehme ich drei tiefe Atemzüge, entspanne und gehe meinen Tätigkeiten nach.

Die Woche verfliegt und bevor ich innehalten und entspannen kann, lande ich in Toronto. Ich checke in das Hotel ein und beginne, mich auf die Präsentation vorzubereiten. Ich fühle mich bereit und kenne die Inhalte gut; ich bin sicher, es wird alles gut klappen. Als ich mich für die Präsentation ankleide, bemerke ich die roten Stellen an meinen Beinen, die ich nur zu gut kenne. Natürlich verfalle ich in Panik, weil ich ja in wenigen Stunden eine Präsentation halten werde. „Großartig“, sage ich zu mir selbst, „fast die ganze Reise über hatte ich keinen Schub und jetzt ist er da, kurz vor meiner Präsentation.“ Was kann ich tun? Ich denke an meinen letzten Schub und tue genau das, was ich beim letzten Mal getan habe: Ich nehme drei tiefe Atemzüge, entspanne und mache weiter. Diese Präsentation wird mich in Bestform zeigen, mit oder ohne Psoriasis!

Die Präsentation war (zum Glück) ein Erfolg. Ich kehre mit meinem Koffer nach Hause zurück – und dieses Mal packe ich die Sachen aus. Ich habe ein paar neue Dinge im Gepäck: einen großen Sonnenhut, ein Armband, das Frauen in Südafrika gemacht haben, und verziertes, mit Perlen bestücktes Besteck. Diese Schätze verkörpern das, was ich die letzten zwei Wochen gewonnen habe: eine gute Zeit mit meiner besten Freundin, Erfahrungen neuer Bräuche und Kulturen und die Einsicht, dass auch wenn meine Schuppenflechte mich auf meiner Reise begleitet, sie nicht den Weg bestimmt.

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