Haben Sie keine Angst mehr und zeigen Sie wieder Haut

Junges Paar in kurzen Hosen


Brittany blickt zurück auf ihre Sommergarderobe und wie diese sie dazu motiviert hat, an sich selbst zu glauben und nicht aufzugeben.

Brittany, in New York geboren und aufgewachsen, wurde erst vor wenigen Jahren mit Psoriasis diagnostiziert. Sofort nach ihrer Diagnose verschrieb sie sich der Aufklärungsarbeit und Interessenvertretung für Psoriasis, startete ihren eigenen Blog und engagiert sich für die Unterstützung anderer Menschen, die mit Psoriasis leben.


Am Ende des Sommers blicke ich immer darauf zurück, was ich im Verlauf der Sommermonate von meiner Garderobe gehalten habe. Ich weiß, dass es albern scheint über Hotpants und Spaghettiträger-Tops nachzudenken, wenn das Wetter kühler wird – aber für Menschen mit Psoriasis ist Kleidung etwas, worüber wir häufig grübeln. Es geht nicht nur um das Outfit selber. Die Wahl der Kleidung hat eine weitaus wichtigere Bedeutung. Es zeigt, wer man vorher war und was man tun kann, um sich weiter vorwärts zu bewegen.

Wie alles begann

Bevor wir uns mit dem eigentlichen Thema befassen, sollten Sie wissen, dass ich nicht mit Psoriasis aufgewachsen bin. Als diese Flecken auf meinen Beinen, Armen und auf meiner Kopfhaut auftauchten, blickte ich meiner Sommerkleidung mehr mit Schrecken als mit Freude entgegen. Ich wusste, dass die Hotpants, die ich einmal geliebt hatte, meine fleckigen Beine zeigen würden. Die winzigen Tops, die der Sonne ermöglichten, meine Schultern zu bräunen, würden nun meine Psoriasis offen zeigen. Sich für einen Tag in der Sonne anzuziehen, machte einfach keinen Spaß mehr.

Nach der Diagnose

Nachdem ich diagnostiziert wurde, kostete es mich eine Menge Zeit und Überlegung, wie viel und an welchen Stellen ich in den wärmeren Monaten Haut zeigen würde. Ich gebe zu, dass einige meiner Entscheidungen lächerlich waren, aber ich war hin- und hergerissen. „Was soll ich tun?“ Ich erinnere mich daran, dass ich das zu mir selber sagte, als ich morgens in meinen Kleiderschrank starrte. „Wird das heute ein ‚Bedeck-dich-und-geh-auf-Nummer-sicher‘-Tag oder ein ‚Zeig-Haut-und-stell-dich-der-möglichen-Kritik‘-Tag?“ Es war ein täglicher Kampf, mit dem ich mich befasste.

Juni – Gehen wir auf Nummer sicher

Das schöne Wetter stellte sich ein bisschen später als gewöhnlich ein. Ich war froh, weil das bedeutete, dass es gesellschaftlich leichter akzeptiert werden würde, wenn man Kleidung auswählte, die einen von Kopf bis Fuß bedeckte. Sobald die Temperaturen 24° C erreichten, testete ich die Lage mit einem Paar Jeans, um meine Beine zu bedecken, und einem Trägertop, um meine Arme frei zu lassen. Ich war nervös, aber gewann Selbstvertrauen mithilfe meines „Du kannst das“-Motto, dass ich mir morgens immer vorsage. Als ich mich in die Öffentlichkeit begab, realisierte ich, dass es nichts gab, worüber ich mir Sorgen machen müsste. Anstatt dass die Menschen die roten Flecken auf meinen Schultern bemerkten, gingen sie einfach vorbei – keine bösen Blicke oder Lachen weit und breit. Ich denke, die heftigen Reaktionen, die ich eigentlich erwartet hatte, existierten schlussendlich nur in meiner Vorstellung.

Juli – Weniger ist mehr

Brittany entschied sich für Hotpants und ein Trägertop Zeit, ein wenig mutiger zu werden. Nach der positiven Erfahrung mit dem Jeans-und-Trägertop-Experiment, entschied ich mich, den Einsatz zu erhöhen: Hotpants und ein Trägertop – ihr seid dran. Wieder: Keine bösen Blicke und kein Anstarren. Das machte jedoch keinen Unterschied, da ich trotzdem Angst hatte, bestimmte Orte aufzusuchen. Eine meiner größten Ängste war zum Beispiel der Besuch eines öffentlichen Schwimmbads. Ich ging jedoch an dem Tag das Risiko ein und besuchte trotzdem eines, mit schuppiger Haut und allem.

Aber wie bei allen von uns holte mich meine eigene Unsicherheit wegen meines Aussehens ein. Ich erinnere mich daran, dass ich das Schwimmbad verließ und nicht mehr das gleiche Selbstbewusstsein hatte wie am Morgen. Ich beschloss, dass von da an lange, fließende Kleider mein Standard-Sommeroutfit werden sollten. Die lockeren, weichen Stoffe waren eine angenehme und kühle Methode, mich zu bedecken, und fühlten sich auf irritierter Haut gut an.

Obwohl ich meine neue Sommerkleidung bequem fand, wusste ich, dass sie nicht die Lösung für meine Probleme war. Ich musste mich weiter herausfordern, selbstbewusst fühlen und nicht von meiner Psoriasis an die Kette legen lassen. Aber was sollte ich tun?

August – Es reicht

Es brauchte eine Weile – fast den ganzen Sommer, um genau zu sein – bis ich realisierte, dass viele meiner Gefühle des Selbstzweifels nur in meinen Gedanken existierten. Wovor hatte ich solche Angst? Dass Menschen meine Flecken sehen?

Anstatt mich also hinter langen Ärmeln, fließenden Kleidern und den ab und an schweiß durchtränkten Jeans zu verstecken, beschloss ich, alles zu zeigen. Hotpants und Trägertops – ich bin zurück! Klar gab es ein paar Blicke hier und da, als ich schließlich die sichere Festung meines Hauses verließ, aber das war ok. Ich wollte mich selbstbewusster fühlen, ich musste selbstbewusster sein.

Einen Schritt nach dem anderen machen

Es ist nicht die Kleiderwahl, die hier die Lektion sein soll. Es war mein Durchhaltevermögen, mich nicht mit weniger zufriedenzugeben. Sicher hätte ich aufgeben und diesen Sommer nur lange Kleidungsstücke anziehen können, aber dann würde ich einfach nur meine Psoriasis über meine Persönlichkeit siegen lassen. Sie müssen Ihre eigenen Veränderungen vornehmen und Selbstvertrauen gewinnen, wenn Sie diese umsetzen. Ob dies nun das Tragen von Trägertops im Sommer ist oder – und das ist viel wichtiger –den Mut zu haben, mit Ihrem Arzt zu sprechen. Ihre Haut, der Sommer und die Hotpants werden es Ihnen danken.

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