Die von der Österreichischen Lungenunion speziell entwickelte Urtikaria App bietet ein breites Spektrum an Funktionen


Urtikaria App

Haben Sie Ihre Urtikaria unter Kontrolle?


Zum Kontrolltest

Um auf Bedürfnisse von Betroffenen eingehen zu können, brauchen wir Ihre Unterstützung.


Zum Patientenfragebogen

Umfassende Beiträge rum um das Thema Urtikaria


Aktuellen Blog lesen

Urtikaria – Verständnis der Problematik

Chronisch spontane Urtikaria (Urtikaria)

Der Name der Krankheit ist Ihnen vielleicht nicht geläufig, aber die roten, juckenden Quaddeln sind Ihnen bekannt? Diese Quaddeln erscheinen spontan, bestehen über einen Zeitraum länger als sechs Wochen und können auch nach dem Abklingen plötzlich wieder auftreten. Die Quaddeln sind ein Ausschlag, der auch als Nesseln oder Nesselsucht bezeichnet wird.1-3

Betroffene mit Urtikaria fühlen sich schwach, haben Schmerzen, einen entsetzlichen Juckreiz und empfinden einen Kontrollverlust in ihrem Leben.3 Niemand sollte wegen seiner Haut leiden. Daher ist es unser Ziel, Urtikaria Betroffenen zu helfen, damit sie sich wirklich wohl in ihrer eigenen Haut fühlen können.

Mehr als nur Hautjucken

Die menschliche Haut ist individuell unterschiedlich und daher ist auch die persönliche Erfahrung mit Urtikaria verschieden. Personen mit Urtikaria leiden häufig an:

Quaddeln1-3

  • Quaddeln und rote, juckende Haut
  • Bei den meisten Urtikaria Betroffenen kommt es in kürzester Zeit zum „Ausbruch“ der Quaddeln.
  • Diese Ausbrüche dauern bei chronisch spontaner Urtikaria mehr als sechs Wochen an und können immer wieder auftreten.

Schwellungen (Angioödem)

  • Viele Patienten mit Urtikaria (33–67 %) leiden neben Quaddeln auch an plötzlichen und bisweilen schmerzhaften Schwellungen, sogenannte Angioödeme3
  • Augenlider und Lippen sind die am häufigsten betroffenen Körperbereiche.4
  • Die Schwellungen (Angioödem) klingen üblicherweise innerhalb von 72 Stunden ab.4

Formen der Urtikaria

Formen der Urtikaria

Urtikaria ist keine Allergie

Im Gegensatz zu anderen Erkrankungen, bei denen Quaddeln vorliegen, gibt es bei der chronisch spontanen Urtikaria keinen auslösenden Reiz – Urtikaria ist keine Allergie. Die Krankheit tritt willkürlich auf und die Patienten können auch nichts tun, um die sogenannten Schübe zu vermeiden. Daher ist die Hauterkrankung nicht nur an Tagen mit einem Urtikaria-Schub emotional belastend.3

Dies ist nur einer der Gründe, wieso es wichtig ist, dass Novartis seine Forschungen in diesem Bereich fortsetzt.

Univ.-Prof. Dr. med. univ. Werner Aberer von der Medizinischen Universität Graz erklärt das Krankheitsbild der Urtikaria und zeigt Behandlungsoptionen auf.

Therapie-Guidelines bei Urtikaria5

Die Therapie mit Medikamenten sieht bei allen chronischen Urtikariaformen gleich aus. Nach einem dreistufigen Schema werden zuerst Antihistaminika, die den Wirkungen des Histamins entgegenwirken, verwendet. Und zwar in jener Dosis, die auch für Allergiker üblich ist.

Therapie-Guidelines bei Urtikaria

Wirkt diese Therapie nicht, kann die Dosis wesentlich höher verordnet werden. Bis zum Vierfachen dessen, was in der Packungsbeilage als übliche Dosis angegeben wird. Gefährlich ist das nicht, wenn der Arzt eine entsprechende Verordnung gibt. Allerdings führen die hohen Dosen bei manchen Menschen zu Müdigkeit oder Schläfrigkeit.

Etwa zwei Drittel aller Urtikaria-Patienten können mit Antihistaminika und anderen, nicht-medikamentösen Maßnahmen, gut mit der Krankheit leben. Für das restliche Drittel stehen weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Gelingt es über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten nicht, die Symptome der Urtikaria durch die üblichen Maßnahmen – also durch Dosissteigerung, Wechsel oder Kombination nicht sedierender H1-Antihistaminika mit gelegentlichem kurzzeitigen Einsatz von Kortikosteroiden – zu beherrschen, wird eine Therapieumstellung auf Omalizumab, Ciclosporin A oder Montelukast empfohlen. Ciclosporin A zeigt in Kombination mit nicht sedierenden Antihistaminika gute Wirksamkeit, erfordert aber aufgrund seiner starken immunsuppressiven Wirkung eine engmaschige Überwachung. Angesichts seines Nebenwirkungsprofils ist Ciclosporin kein Standardtherapeutikum in der Behandlung der Urtikaria und hierfür auch nicht zugelassen. Der Leukotrienantagonist Montelukast weist ein gutes Sicherheitsprofil auf, seine Wirksamkeit in der Behandlung der Urtikaria ist nicht zweifelsfrei belegt. Montelukast ist nicht für die Therapie der Urtikaria zugelassen.6

Mit Omalizumab steht ein hoch wirksames und gut verträgliches Medikament für die Therapie der chronisch spontanen Urtikaria zur Verfügung. Omalizumab ist seit März 2014 für die Behandlung der chronisch spontanen Urtikaria in Österreich zugelassen. Aufgrund seines günstigen Wirksamkeits- und Nebenwirkungsprofils sowie angesichts des Zulassungsstatus dieses Präparats gilt Omalizumab in der Drittlinientherapie der chronisch spontanen Urtikaria vor Ciclosporin und Montelukast als Mittel der Wahl.6 Bei schwerer chronischer Urtikaria, z. B. beim Auftreten von Schleimhautschwellungen mit Schluckbeschwerden und Atemnot, wird das ständige Mitführen eines sogenannten Notfallsets empfohlen, mit dem sich schwere Urtikariaschübe kontrollieren lassen. Meist enthalten solche Notfallsets ein schnell wirksames Kortisonpräparat sowie ein Antihistaminikum.

Referenzen

  1. Asthma and Allergy Foundation of America (AAFA) website. "Chronic Urticaria (Hives)." Accessed July 2014. Available at: http://www.aafa.org/display.cfm?id=9&sub=23&cont=328
  2. American Academy of Allergy Asthma & Immunology (AAAAI) website. "Skin Allergy Overview." Accessed July 2014. Available at: http://www.aaaai.org/conditions-and-treatments/allergies/skin-allergy.aspx
  3. Maurer M et al. Allergy 2011; 66:317-30.
  4. Axelrod S, Davis-Lorton M. Mt Sinai J Med 2011; 78:784-802.
  5. Augey F et al. Eur J Dermatol 2011; 21(3):349-53.
  6. csU-Therapieleitfaden der csU-Arbeitsgruppe, August 2014.