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Psoriasis – Das ganze Ausmaß der Problematik

  • Psoriasis betrifft ungefähr zwei Prozent der Weltbevölkerung, das sind etwa 125 Millionen Menschen.1,2
  • Plaque-Psoriasis ist die häufigste Form und für etwa 85 bis 90 Prozent der Fälle verantwortlich.1
  • Sie ist gekennzeichnet durch dicke, umfangreiche Hautläsionen, die „Plaques“ (krankhafte Ablagerungen) genannt werden und Juckreiz, Schuppung der Haut und Schmerzen hervorrufen.1,3

Fast gleich viele Frauen wie Männer leiden unter Psoriasis. Die Krankheit kann in jedem Alter auftreten, auch in der Kindheit, wenngleich vorwiegend Erwachsene davon betroffen sind.4

In der Mehrheit der Fälle beginnt die Psoriasis im Alter zwischen 15 und 20 Jahren.5 Ein weiterer Anstieg im Auftreten der Erkrankung liegt zwischen dem 55. und dem 60. Lebensjahr.5

Die Schwere der Psoriasis spiegelt den Prozentsatz der betroffenen Körperoberfläche, der Läsionsstellen sowie anderer Faktoren wider, wie etwa die Folgen der Erkrankung auf die Lebensqualität und die Arbeitsfähigkeit der Patienten.3

Fast die Hälfte aller Patienten mit Plaque-Psoriasis leidet an der moderaten bis schweren Form.6

Im Jahr 2015 wurde eine Online-Umfrage von Psoriasis-Patienten in Österreich durchgeführt:

Diagnose

Üblicherweise diagnostiziert der niedergelassene Hautarzt oder ein Hautarzt in einer speziellen Ambulanz oder einem Krankenhaus eine Psoriasis. Der Arzt beginnt mit der Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese).

Bei der körperlichen Untersuchung zur Abklärung der Psoriasis kratzt der Arzt mit einer Spatel Plaques ab.7 Die abfallenden Schuppen sehen aus wie Kerzenwachs (sogenanntes Kerzenphänomen);7 wird weiter gekratzt, lässt sich ein glänzendes Häutchen, das sogenannte "letzte Häutchen" entfernen und es treten punktförmige Blutungen auf (sogenannter "blutiger Tau").

Im Zweifelsfall bestätigt eine Gewebeprobe die Diagnose.7

Bei speziellen Erscheinungsformen der Erkrankung, wie beispielsweise der Psoriasis-Arthritis, einer Form, bei welcher zusätzlich entzündliche Gelenkveränderungen einhergehen, arbeitet der Hautarzt in der Regel mit einem auf die Behandlung entzündlicher Gelenkerkrankungen spezialisierten Internisten (Rheumatologen) zusammen.

Spezialisierte Hautärzte zur Behandlung von Psoriasis finden Sie auch auf unserem Ärztefinder.

Schweregrad der Psoriasis8

Der Schweregrad der Psoriasis wird anhand des Anteils der befallenen Hautoberfläche, dem Grad der Entzündung, der Verhärtung von Gewebe und der Stärke der Schuppenbildung beurteilt.

Für eine standardisierte Messung des Schweregrads wird häufig der PASI-Score herangezogen. Die Abkürzung PASI steht für „Psoriasis Area and Severity Index“. Dabei werden Aspekte wie Rötung, Dicke und Abschuppung der Psoriasis Plaques und der Prozentanteil der betroffenen Stellen am Körper genauer betrachtet und mit einer Zahl zwischen 0 und 72 bewertet. Tatsächlich liegt eine mittelschwere bis schwere Erkrankung vor, wenn der PASI mindestens 10 beträgt.

Ein weiterer Aspekt bei der Beurteilung des Schweregrads ist die Sichtbarkeit der betroffenen Körperstellen: Sichtbare Stellen werden stärker gewichtet als weniger sichtbare. Außerdem wird die Intensität der Belastung auf das körperliche und seelische Wohlbefinden mit einbezogen.

Sollten Sie weitere Fragen zu den Einteilungsstufen von PASI haben, wenden Sie sich an Ihren Hautarzt und sprechen Sie mit ihm über Ihren Schweregrad und die ideale Behandlung.

Behandlung von Psoriasis

Psoriasis ist nicht heilbar, jedoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Symptome der Krankheit zu verbessern oder sogar komplett zurückzudrängen.9

Univ.-Prof. Dr. Diamant Thaçi, Leiter des Exzellenzzentrums Entzündungsmedizin, rät Patienten mit Psoriasis, den Glauben an eine wirksame Therapie nicht aufzugeben. Psoriasis ist eine chronische Erkrankung, für die diverse Therapieoptionen zur Verfügung stehen.


Je nach Schweregrad stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung:
Äußerliche Therapie, Lichttherapie, systemische Therapie und Biologika.9

Äußerliche Therapie: 9

Die betroffenen Hautstellen werden mit Salben, Cremes, Shampoos, Lotionen oder ähnlichem behandelt. Als Wirkstoffe sind folgende Substanzen in Verwendung (beispielhafte Aufzählung): Corticosteroide, Vitamin-D-Derivate, Dithranol und Calcineurininhibitoren.

Lichttherapie: 9

Es hat sich gezeigt, dass Behandlungen mit UV-Licht eine deutliche Verbesserung bringen. Heute werden insbesondere Bestrahlungen mit Schmalspektrum-UVB-Licht verwendet. Beim Schmalspektrum-UVB-Licht wird nur der psoriasis-wirksame UVB-Anteil im Wellenlängenbereich um 311 nm eingesetzt. Daneben kann auch eine kombinierte Behandlung mit UVA und Psoralenen (lichtempfindlicher chemischer Zusatz) zur Besserung der Psoriasis führen.

Systemische Therapie: 9, 10

Bei mittelschweren bis schweren Symptomen helfen „innerliche Behandlungsansätze“, also Tabletten, Kapseln oder Injektionen. Hierfür setzt man heute folgende Substanzen ein (beispielhafte Aufzählung): Methotrexat, Retinoide, Ciclosporin, Fumarate und Apremilast. Sie wird zusätzlich zu oder statt einer äußerlichen Therapie verschrieben, wenn diese erfolglos geblieben ist.

Biologika:10, 11

Biologika oder sogenannte Immunmodulatoren werden in Form von Injektionen unter die Haut oder intravenös (in die Vene) verabreicht. Diese Behandlungs­methode enthält Eiweißstoffe (Proteine), die spezifisch körpereigene Substanzen hemmen, welche die Psoriasisentzündung hervorrufen. Folgende Biologika sind für die Behandlung der Psoriasis zugelassen (beispielhafte Aufzählung): Etanercept, Adalimumab, Infliximab, Ustekinumab, Secukinumab und Ixekizumab.

Nichtmedikamentöse Bewältigung der Psoriasis

Unterstützend zu einer medikamentösen Behandlung kann eine Psychotherapie helfen, mit der Erkrankung und der verbundenen Belastung umzugehen und Selbstsicherheit zu gewinnen.9

Änderungen im Lebensstil können ebenfalls zu einer Verbesserung des Hautbilds beitragen: Eine Gewichtsreduktion hat gleichzeitig einen positiven Einfluss auf typische Begleiterkrankungen wie Arthritis, Bluthochdruck und Diabetes.9 Stress, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum können Schübe fördern und sollten daher vermieden werden.9

Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, sich über die Erkrankung auszutauschen und vermitteln so die Erfahrung, nicht alleine zu sein.12 Weiters geben sie nützliche Informationen und Hinweise zum Verständnis und Umgang mit der Krankheit.12

Referenzen

  1. Nestle et al. Psoriasis N Engl J Med 2009; 361(5): 496-509.
  2. Brezinski, et al. PLoS ONE 7(4): e33486.
  3. Lewis-Beck et al. Patient Prefer Adherence 2013; 7:199-205.
  4. Parisi et al. J Invest Dermato 2013 Feb;133(2):377-85.
  5. Langley et al. Ann Rheum Dis 2005;64:ii18-ii23.
  6. Yeung et al JAMA Dermatol 2013;149(10):1173-1179.
  7. Braun-Falco et al., 2006; Dermatologie und Venerologie. Berlin: Springer.
  8. Elsner, 2009; Psoriasis: Diagnostisches und therapeutisches Management. Stuttgart: Thieme.
  9. Patientenleitlinie zur Behandlung der Psoriasis der Haut. Verfügbar unter:
    http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/ 013-001p_S3_Psoriasis_vulgaris_2014-06.pdf
    letzter Zugriff am: 24.04.2017
  10. European Medicines Agency. Verfügbar unter: http://www.ema.europa.eu/ema/
    letzter Zugriff am 24.05.2017
  11. Smith et al., Br J Dermatol 2009; 161, 987–1019.
  12. Selbsthilfegruppen in Österreich. Verfügbar unter:
    https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ ghp/public/content/Selbsthilfegruppe.html
    letzter Zugriff am: 24.05.2017