Wie Psoriasis einer Frau zu ihrer neuen Karriere verhalf


Psoriasis kann Betroffene auf interessante Wege in ihrem Leben führen. In folgendem Artikel erfahren Sie, wie Melissas neue Karriere durch ihre Psoriasis beeinflusst wurde.


Manchmal kann man an den unvorhergesehensten Orten Stärke und Motivation finden. So zum Beispiel auch Melissa. Nach vielen Jahren anstrengender Tanzkarriere, die in Darbietungen auf professionellem Niveau gipfelten, schlug Melissa schließlich eine andere berufliche Richtung ein. „Dank“ ihrer Psoriasis verfolgte sie eine Karriere im Bereich Bioethik (Ethik in der medizinischen und biologischen Forschung). Nun wird sie ein Medizinstudium beginnen, um ihr Wissen in diesem Gebiet zu erweitern. Wie hat ihre Psoriasis sie nun dazu inspiriert, einen neuen Weg einzuschlagen und diesen Traum zu verfolgen?

Lassen Sie uns ein paar Ballettschritte zurücktänzeln.

Erste Position

Alles begann mit einem kleinen Fleck auf Melissas Wange, der noch vor ihrem 1. Geburtstag auftrat und sich dann auf den Großteil ihres Körpers ausbreitete. Im Alter von 3 Jahren diagnostizierte Melissas Kinderarzt Psoriasis. Typischerweise wird Psoriasis nicht so früh diagnostiziert, da sie sich oft zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr entwickelt.1 Melissas Psoriasis bedeckte 85 % ihres Körpers und sie fand später heraus, dass diese Hauterkrankung in ihrem Leben eine bedeutende Rolle einnehmen würde.

Pas de deux mit Psoriasis

Trotz dieser frühen Diagnose – und der Ausbreitung der Psoriasis auf den Großteil ihrer Hautoberfläche – hielt die Krankheit sie nicht davon ab, ihren Traum zu verwirklichen. Melissa zeigte schon im frühen Alter von 10 Jahren eine große Begabung für das Tanzen und reiste schon damals nach Manhattan, um von den besten Lehrern der Welt zu lernen. Es war klar, dass sie es sich zum Ziel gesetzt hatte, mit dem Tanzen ihr Geld zu verdienen.

Ihre Psoriasis war jedoch im Hintergrund immer aktiv. Sie können sich vorstellen, wie es sich anfühlte, wenn Melissa während einer Vorstellung einen Schub bekam. „Einige der schwersten Schübe meines Lebens traten ein, als ich eine Vorstellung gab und das war extrem schwierig“, erklärt Melissa heute.

Auch beim Tanzen mit anderen war es ein Kampf. „Ich hatte eine Menge Schwierigkeiten mit Partnern in einem pas de deux – wenn man mit einem männlichen Partner tanzt – und es gab auch welche, die aufgrund meiner Psoriasis nicht mit mir tanzen wollten.“

Es war Melissa klar, dass ihre Psoriasis einen Einfluss darauf hatte, wie andere Tänzer sie wahrnahmen. Trotz dieser Ablehnung machte sie weiter und war dadurch sogar angespornt, noch mehr zu erreichen. Zu diesem Zeitpunkt in ihrer Karriere tanzte sie hauptberuflich in New York City mit einigen der größten Tänzer, Tanzgruppen und Choreografen der Welt.

Schwanengesang?

Zum Höhepunkt ihrer Karriere erlitt Melissa eine Verletzung. Wie sich herausstellte, tanzte sie mit einer Stressfraktur, die zu einem gebrochenen Fußgelenk, gerissenen Bändern und verschobenen Knochen führte. Nach mehreren Operationen und Reha wusste Melissa, dass es an der Zeit war, die Ballettschule an den Nagel zu hängen und sich etwas anderem zuzuwenden.

Aber was? Wie findet man den Übergang von etwas, dem man sein ganzes Leben gewidmet hatte, zu etwas vollkommen anderem? Melissa dachte darüber nach, wie Psoriasis einen großen Teil ihres Lebens einnahm und wie leidenschaftlich sie bei der damit verbundenen Aufklärungsarbeit und Interessenvertretung bei der Sache war. Konnte das etwas sein, das sie aufgreifen könnte?

Der Sprung

Dabei ging ihr ein Licht auf. Melissa setzte ihre lebenslange Erfahrung mit Psoriasis als Grundlage für ihre neue Ausrichtung ein: Bioethik. „In meinem Bachelor-Studium hatte ich zum ersten Mal eine Einführung in medizinische Ethik (Bioethik), die Philosophie mit Wissenschaft verbindet, und ich war einfach hin und weg. Ich fühlte mich immer hin- und hergerissen, da ich sowohl Psoriasis-Patientin als auch professionelle Athletin war. Beide Aspekte treiben mich nun in meiner Faszination und Wissbegier für Bioethik an, und auch bezüglich weitreichenderen Problemen der Welt.“

Der nächste Schritt

Nach den Hochs und Tiefs, Drehungen und Wendungen ist Melissa glücklich, da wo sie gelandet ist. Sie wird ihr Medizinstudium beginnen und ihre Leidenschaft für Bioethik weiterführen. Aber lassen Sie sich nicht täuschen: Melissa hat die Ballettstange nicht vollständig hinter sich gelassen. Sie findet immer noch die Zeit, ein therapeutisches Tanzprogramm für Kinder mit Down-Syndrom zu unterrichten, das diesen bei der Muskelentwicklung und Koordination hilft.

Obwohl Melissas Psoriasis enormen Einfluss auf ihr Leben hatte, betrachtet sie sie auch als unerwarteten Einfluss, der sie ihren neuen Weg finden ließ. Sie ist der Mensch, der sie sein möchte, und sieht ihre Psoriasis als Motivation, mehr zu tun und zu verlangen. „Ich leide jeden Tag unter Psoriasis… aber ich bin wirklich dankbar dafür, diese Last zu tragen, weil das Leben mit Psoriasis mich gelehrt hat, dass Schönheit in Tugend und Leistung zu finden ist.“

Was kann Ihre Psoriasis Sie lehren? Psoriasis kann oftmals zermürbend sein – aber Sie müssen wieder aufstehen. Wie hat Psoriasis Sie gelehrt, aufzustehen, rauszugehen und weiterzumachen?


Referenzen

  1. www.gesundheit.gv.at, Psoriasis: Was ist das? https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/haut-haare-naegel/psoriasis/was-ist-das, letzter Zugriff 21.03.2018

Hier finden Sie Ihren Psoriasis-Experten, ganz in Ihrer Nähe.


Experten finden

Die PSORIapp unterstützt Sie dabei, einen schnellen Überblick Ihrer Symptome bei Psoriasis oder Psoriasis Arthritis zu erhalten. Juckreiz, Schuppenbildung oder Rötungen können so besser überwacht werden.


Mehr lesen