Psoriasis Formen im Überblick

Formen im Überblick
Psoriasis am gesamten Körper


Schuppenflechte ist nicht gleich Schuppenflechte - verschiedene Psoriasis-Formen werden nach Ausprägung, betroffener Körperregion und Aussehen unterschieden. 85 bis 90 Prozent der Betroffenen leiden an der gewöhnlichen Schuppenflechte, die auch Plaque-Psoriasis genannt wird.1 Die restlichen Formen treten deutlich seltener auf.

Psoriasis-Formen auf einen Blick:

Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris)

Die Psoriasis vulgaris, auch Plaque-Psoriasis oder Schuppenflechte genannt, ist die häufigste Psoriasis-Form und tritt bei 85 bis 90 Prozent der Schuppenflechte-Patienten auf.1 Typisch für diese Form der Schuppenflechte sind die schuppenden, geröteten und verdickten Hautstellen (Plaques), die vor allem an den Streckseiten der Arme und Beine, auf der Kopfhaut sowie am Steißbein auftreten.1 Bei mehr als 60 Prozent der Erkrankten ging diese Psoriasis-Form bei einer Studie mit Juckreiz einher.2

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Die Schuppenflechte lässt sich in zwei Typen einteilen:

Typ I - Bei diesem Psoriasis-Typ tritt die Erkrankung typischerweise zwischen dem 10. und dem 30. Lebensjahr auf, weshalb er als frühe Form bezeichnet wird. Häufig sind auch andere Familienmitglieder an Schuppenflechte erkrankt, und es gibt genetische Marker im Blut der Betroffenen, die man bei diesem Typ vermehrt nachweisen kann. Typ I hat eine Tendenz zu einem schweren Verlauf der Erkrankung.3

Typ II - Dieser Typ, der auch späte Form genannt wird, tritt zwischen dem 40. Und dem 60.Lebensjahr auf. Eine familiäre Veranlagung fehlt meistens, und der Bezug zu genetischen Markern im Patientenblut ist deutlich geringer als bei Typ I. Dieser Typ der Psoriasis vulgaris verläuft in der Regel leichter.3

Da die Psoriasis eine systemische Erkrankung ist, also den gesamten Körper betrifft, können auch andere Körperteile und Organe betroffen sein, wobei ein erhöhtes Risiko für folgende Erkrankungen besteht:

  • Psoriasis-Arthritis (Gelenkbeteiligung)4
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa4
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Übergewicht4
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Atherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall4
  • Psychiatrische Erkrankungen wie Depression4

 

Psoriasis-Arthritis

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Die Psoriasis-Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke. Sie gehört zu den rheumatischen Krankheiten und entwickelt sich meist im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.5

Bei etwa 90 Prozent der Menschen mit Psoriasis-Arthritis tauchen die Gelenkbeschwerden erst nach den Hautveränderungen auf. Bei 10 Prozent beginnt die Krankheit mit schmerzenden Gelenken, bevor erste Hautveränderungen auftreten.5  In diesem Fall ist es schwieriger, das Krankheitsbild richtig zu erkennen, da die Beschwerden mit anderen rheumatischen Erkrankungen verwechselt werden können. Bei manchen Betroffenen, die (scheinbar) ausschließlich mit Gelenkproblemen zu kämpfen haben, finden sich die Plaques an versteckten Hautstellen, wie in der Pofalte, am Bauchnabel oder hinter den Ohren.6 Ebenso ist eine sogenannte Nagelpsoriasis bei der Psoriasis-Arthritis häufig, bei der sich die Nägel verformen und Risse, Rillen oder Dellen aufweisen können. Veränderte Nägel sind ein wichtiger Hinweis auf eine Psoriasis-Arthritis.5 Finger- und Zehennägel sollten daher gut beobachtet und Veränderungen dem Arzt mitgeteilt werden.

Schmerzmittel der Gruppe nichtsteroidale Antirheumatika (beispielsweise Medikamente mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Diclofenac) finden häufig bei leichteren Fällen einer Psoriasis-Arthritis Verwendung. Sie können mitunter gleichzeitig Schmerzen und Entzündungen lindern, sind aber nicht für die Therapie der Haut geeignet und halten die Gelenkschädigungen nicht auf.5

Für die Behandlung der Psoriasis-Arthritis werden daher, neben sogenannten Basismedikamenten wie zum Beispiel Methotrexat, auch vergleichsweise gut verträgliche Biologika eingesetzt. Sie sollen gegen die Entzündungen vorgehen und ihre Wirkung genau dort entfalten, wo die Entzündungsprozesse der Psoriasis-Arthritis entstehen. Ein positiver Zusatzeffekt: Sie können mitunter auch bei Hautveränderungen der Schuppenflechte helfen.5

 

Schuppenflechte der Handflächen und Fußsohlen

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Bei einer Schuppenflechte an Handflächen und Fußsohlen, die keinerlei Beschwerden an anderen Körperteilen hervorruft, sprechen Mediziner von Psoriasis palmoplantaris.7

Bilden sich zudem feine Bläschen auf den entzündeten Hautstellen spricht man von Pustulosis palmoplantaris. Die flüssigkeitsgefüllten Pusteln treten bei dieser eher seltenen Schuppenflechte-Form mitunter anstelle von Schuppen auf. In den Bläschen befindet sich Eiter, der keimfrei (steril) ist. Eine Infektion mit Krankheitserregern liegt also nicht vor.anderen Körperteilen hervorruft, sprechen Mediziner von Psoriasis palmoplantaris.8

Die Schuppenflechte an Handflächen und Fußsohlen kann aber auch gleichzeitig mit Plaques an anderen Körperstellen auftreten.9 Da sich nicht immer Schuppen bilden8, müssen bei der ärztlichen Diagnose der Schuppenflechte an Handflächen und Fußsohlen andere Ursachen (Ekzeme, Allergien, Infektionen mit Bakterien oder Pilzen) ausgeschlossen werden.7

Möglicherweise bilden sich Risse in den Handinnenflächen und Fußsohlen. Durch diese schmerzhaften Wunden fallen alltägliche Bewegungsabläufe wie das Greifen von Gegenständen und das Laufen schwer.8 Unter einer Schuppenflechte an Hand und Fuß leidet deshalb oft das Berufsleben der Betroffenen.7

Hinzu kommt: Wie bei der Schuppenflechte im Gesicht können erkrankte Stellen an den Händen nicht einfach vor Mitmenschen verborgen werden. Gerade in jungen Jahren kann das für Psoriasis-Patienten sehr belastend sein, da bei ihnen wichtige Lebensentscheidungen wie die Berufswahl oder die Familiengründung bevorstehen und diese beeinträchtigt werden können.10

 

Schuppenflechte in Hautfalten

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Diese Form der Schuppenflechte (Psoriasis inversa) tritt in Hautfalten wie Gesäßfalte, Achselhöhlen, Leiste oder im Genitalbereich auf. Diese Psoriasis-Formen gehen mit hell- bis dunkelroten, weichen Hautveränderungen einher, die wegen der Feuchtigkeit in den Hautfalten meist keine Schuppen bilden. Die betroffenen Stellen können jucken, schmerzen oder nässen. Bei Frauen kann die Psoriasis inversa auch unter den Brüsten, bei übergewichtigen Patienten auch in der Hautfalte am Bauch auftreten.11

Die Behandlung der Psoriasis inversa gestaltet sich oft als schwierig, da die Nässe, die Reibung und die Wärme in den Hautfalten die Genesung erschweren.11 Therapiemöglichkeiten sind:

  • Farblösungen & Pasten: Beispielsweise Zinkpasten trocknen die Entzündungen aus und helfen wirksam gegen Pilze und Bakterien11
  • Cremes & Lotionen: Cremes mit topischen Immunmodulatoren wirken gegen Entzündungen, Rötungen und Juckreiz11
  • Kortison: Glukokortikoide dürfen kurzzeitig zur Linderung angewendet werden.11
  • Systemische Therapie: Hier kommt je nach Ausprägung der Schuppenflechte eine klassische Therapie oder eine Therapie mit Biologika in Frage.11

 

Schuppenflechte der Kopfhaut

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Charakteristisch für die Schuppenflechte der Kopfhaut (Psoriasis capitis) sind auf dem behaarten Kopf befindliche, scharf begrenzte, gerötete Hautareale, die silbrig glänzen und oft intensiv jucken. Diese sogenannten Plaques überschreiten in einigen Fällen die Stirnhaargrenze und sind im Gesicht sichtbar. In manchen Fällen kann die Schuppenflechte auf der Kopfhaut sogar zu Haarausfall führen.12

Der Juckreiz und die Auffälligkeit der Symptome können die betroffenen Patienten stark beeinträchtigen und zu sozialer Isolation führen. Sie fühlen sich nicht wohl in ihrem Körper und haben weniger Selbstvertrauen.12

Bei der Behandlung wird zum einen gegen die Schuppung, zum anderen gegen die Entzündung vorgegangen:13

  • Bei der Behandlung der Schuppung kommen beispielsweise Harnstoff-, Milchsäure- oder Salicylsäure-haltige Präparate zum Einsatz13
  • Nach der Entfernung der Schuppung wird in der Regel zuerst eine topische Therapie mit Kortison haltigen Präparaten zur Behandlung der Entzündung eingeleitet. Wird hiermit kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt, kann auf eine systemische Therapie umgestellt werden13

 

Tröpfchenförmige Schuppenflechte

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Die Psoriasis guttata ist eine seltene Sonderform der Schuppenflechte, an der vor allem Kinder und Jugendliche erkranken. Der Körper ist übersäht mit kleinen, roten Punkten, die schuppen.14

Häufig stecken bakterielle Infektionen dahinter: Sind sie geheilt, verschwindet in vielen Fällen auch die Psoriasis guttata wieder.15 Sie kann aber auch chronisch verlaufen.14

Die Psoriasis guttata tritt häufig bei Kindern kurz nach einer Mandelentzündung auf. Auch bestimmte Medikamente gelten als Auslöser der punktförmigen Rötungen, beispielsweise Betablocker, Lithium, Chloroquin und Hydroxychloroquin.15

Der Verlauf einer Psoriasis guttata ist schwer vorherzubestimmen – er verläuft von Patient zu Patient unterschiedlich. Um einen Übergang in eine Psoriasis vulgaris zu verhindern ist es allerdings wichtig, falls möglich den Krankheitsauslöser zu eliminieren, d.h. eventuell vorliegende Infektionen zu therapieren oder die auslösenden Medikamente abzusetzen.14

Behandelt wird eine Psoriasis guttata in der Regel wie eine Psoriasis vulgaris – bei Kindern wird hier in erster Linie lokal mit Dithranol behandelt. Auch eine Strahlentherapie mit bspw. UVB-Strahlen kann in vielen Fällen zu Verbesserungen führen. Eine systhemische Therapie ist nur in Ausnahmefällen notwendig.15

 

Schuppenflechte mit eitrigen Bläschen

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Psoriasis pustulosa ist durch sterile Eiterbläschen gekennzeichnet, die sich auf den Schuppenflechte-Herden bilden. Rund fünf Prozent aller Psoriasis-Patienten leiden an dieser Sonderform.16

Im Gegensatz zu anderen Schuppenflechte-Formen kann bei der Psoriasis pustulosa in vielen Fällen keine genetische Veranlagung als Ursache nachgewiesen werden.17

Bei der Psoriasis pustulosa treten feine Bläschen auf: Je nach Krankheitsbild können ausschließlich Hände und Füße, das Nagelbett oder der gesamte Körper betroffen sein. Als ein Auslöser der häufigen Psoriasis pustulosa palmoplantaris gilt Rauchen.16

 

Nagelpsoriasis

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Eine Nagelpsoriasis lässt sich kaum verbergen. Ob unter Arbeitskollegen oder im Freundeskreis - die befallenen Hände sind den Blicken der Mitmenschen ausgesetzt. Sind die Nägel stark vergilbt, zerbröckelt und deformiert, belastet das die Betroffenen besonders.18

Bei etwa jedem zweiten Schuppenflechte-Patient verändern sich im Laufe der Erkrankung auch die Finger- und Fußnägel.18 Es gibt verschiedene Formen:

  • Tüpfelnägel: Auf der Oberfläche des Nagels befinden sich kleine Dellen18
  • Weiße oder rote Flecken: Weiße Flecken zeigen sich in der Nagelplatte, rote im Nagelhalbmond18
  • Ölflecken: Dunkle, ölartige Flecken werden sichtbar18
  • Onycholyse: Die Nägel lösen sich komplett oder teilweise vom Nagelbett18
  • Splitterblutungen: Feine Blutungen im Nagelbett die als rote, rotbraune bis schwarze Linien durch die Nagelplatte schimmern18
  • Krümelnägel: Die Nagelplatte des betroffenen Fingers zerfällt18

Die Behandlung der Nagelpsoriasis ist langwierig und kann mehrere Monate in Anspruch nehmen – heutzutage ist der Medizin allerdings möglich, selbst schwere Fälle von Psoriasis erfolgreich zu behandeln. Bei schwach ausgeprägter Nagelpsoriasis kann eine äußerliche Therapie erfolgreich sein – hierzu werden beispielsweise Harnstoff, Schachtelhalm oder Kortison angewandt. Vor allem reagiert die Nagelpsoriasis allerdings auf neue, hochwirksame Biologika.19

 

Schuppenflechte des gesamten Körpers

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Bei dieser seltenen Form der Schuppenflechte (Erythrodermische Psoriasis) sind mehr als 75% Hautoberfläche gerötet und entzündet. Zusätzlich leiden die Betroffenen unter einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Fieber und geschwollenen Lymphknoten in den Leisten und Achseln.20

 


Erstelldatum 09/2020 I AT2009854553